4.10.2014 Ifta - Creuzburg - Eisenach

In Creuzburg scanne ich auch das Rathaus. Ein Reporter der TA ruft an. Wir verabreden uns im Cafe. Dann gehts nach Hörschel. Ich treffe ein Ehepaar aus Eisenach. Sie waren früher in der Akademie der Wissenschaften in Berlin beschäftigt. Frühe Geschichte er und sie war Bibliothekarin. Forschung und Lehre wurden in der DDR nach sowjetischem Vorbild getrennt. Die Akademien wurden dann nicht mehr gebraucht und aufgelöst. Ich gehe einen kleinen Umweg, ein Stück über den Rennsteig. War vor einigen Jahren mit meinem Vater und meinen Geschwistern hier. Die Sonne scheint herrlich nachdem sich der Nebel aufgelöst hat. Noch keine Unterkunft in Eisenach. Stimmt mich traurig, dass mich hier niemand anruft. Heimat. Thaimassage für Rücken und Gemüt. Auf dem Markt ist Oktoberfest. Das erste mal in diesem Jahr. 89 war ich mit Gunter hier. Wir trafen uns mit polnischen Arbeitskollegen von Siegfried und gaben Koffer mit Kleidung für Mutti und Siegfried mit. Sie sind im Juni kurz vor der Grenzöffnung drüben geblieben. An der Grenze wurde alles abgenommen, nur der Ring nicht, den sich der Eine an den Finger gesteckt hatte. Stasi. Die Zentrale war im größten Jugendstil Villenviertel Europas. Ehemals jüdisch. Nach der Wende für eine Mark und Bezuschussung in westdeutsche Hände. Heute wieder rausgeputzt. Wichtig ist, dass die Geschichten gut ausgehen. Nicht immer ist das so. In Eisenach war die Grenze vor der Tür. Die Überwachung war engmaschig. Auch innerhalb von Familien oder Freundschaften teilweise. Das wurde kaum thematisiert. Vom Krieg her hatte man gelernt zusammenzuhalten. Konspirative Wohnungen, wo die Berichte weitergegeben wurden. Druck von oben nach unten. Gewalt und Ohnmacht. Gewinner und Verlierer. Das Thema ist immer noch sensibel. Heute möchte man vergessen. Ein Zelt ist aufgebaut auf dem Markt. Viele Leute sind unterwegs. In der Drogerie erzählt die Verkäuferin, dass heute ungewöhnlich viele Kondome verkauft wurden. Pressetermin mit der TLZ. Die Zimmer in den Pensionen sind alle belegt an diesem Wochenende. Blaskapelle. Alter Kaiser Wilhelm. Rostwurst und Bier. Ich bekomme einen Tipp und ein Zimmer in einer Pension an der Wandelhalle in der Wartburgallee. Sie selbst haben nicht so viel Platz. Beide sind immer noch bei der Bahn beschäftigt. Frau und Herr Leifheit sind erst 14 Tage nach Grenzöffnung rüber zum Cousin nach Nürnberg gefahren. Wollten nicht mit der ersten Welle mit. Stadtbesichtigung in Nürnberg und Frankfurt. Die Schlenkertasche mit allen Ausweisen war abhanden gekommen. Auch das SV Buch. Alles Wichtige dabei gehabt für alle Fälle. Aufs Autodach gelegt und weggefahren. Zurück nach Frankfurt. In der Tiefgarage konnten sie die Tasche nicht finden. An der Grenze war es schwierig. Er konnte sich nicht ausweisen, nichts beweisen, nicht identifiziert werden. Es dauerte Jahre, bis alle Ausweise ersetzt werden konnten. Insbesondere das SV Buch wegen der Rente. Heute wurde der evangelische Gottesdienst im Oktoberfestzelt gefeiert.