23.9.2014 Paderborn - Lichtenau



An der Pader entlang nach Paderborn. Der Eingang vom Park aus in die Stadt öffnet eine andere Tür als von der Autobahn aus. Die Stadt wirkt weniger fest und hektisch. Ich treffe noch Eva. Freu mich. Zufällig ist sie heute in der Uni. Eine kleine Spur geht von ihr aus auch in die DDR. Ihr Vater kann heute noch gut sächseln, aber sein Leben verbrachte er mit seiner Familie in Darmstadt. Richtung Osten wird die Landschaft hinter Paderborn bergiger. Die Felder sind mit Steinen übersät. Heute wartet niemand auf mich. In einem Hotel in Lichtenau-Kleinenberg finde ich Unterkunft. Frau und Herr Schröder aus Wilhelmshaven sind mit mir die einzigen Gäste. Beim Frühstück bitte ich um eine Geschichte. Die Erinnerungen kommen im Alter, weil mehr Zeit und Raum dafür ist. Kinderlandverschickung von Wilhelmshaven nach Cloppenburg in Niedersachsen von der Kirche aus zum Bauern um etwas essen zu bekommen nach dem Krieg. Kurz vor Ende des Krieges von Trier über Köln nach Borna bei Leipzig, nur für ein paar Tage, geflohen zu einer entfernt verwandten Tante. Eine steile Treppe Im Haus. Die Schuhe mußten unten ausgezogen werden. Teilweise fuhren die Züge nicht. Das Elternhaus in Wilhelmshaven wurde zerbombt als die Familie im Bunker war. Nur der Nähmaschinenkopf und die alten Schallplatten blieben übrig. Unverständnis über Mangelwirtschaft im Osten nach der Teilung. Nach dem Krieg war eine schlechte aber auch schöne Zeit. Auch im Westen gab es mehr Miteinander und gegenseitige Unterstützung. Freundschaften halten bis heute. Noch zu DDR Zeiten Reisen mit dem Wohnmobil nach Leipzig und Rügen wegen den schönen Landschaften. Spartanische Verhältnisse. Die Privilegien in Restaurants mit wartenden DDR Bürgern vor der Tür dämpften den Appetit. Heute geht es uns gut. Die wohlverdiente Rente ist stabil. Sorge, dass es der nächsten Generation auch gut geht.