21.9.2014 Rietberg - Delbrück




Nach Delbrück nehme ich doch den kürzeren Radweg. Es regnet stark. Ich gehe am Park der Landschaftsgartenschau vorbei. Am Weg stehen Birken. Mais und Raps auf den Feldern. Kühe. Vor Delbrück wird es waldig. In der Stadt ist Katharinenmarkt, Kirmes und Bauernmarkt. Blaskapelle und Menschengewimmel. Ich lass mich treiben, komme ins Gespräch mit Leuten aus Rheda Wiedenbrück. Eine lustige Gruppe aus Rietberg am Bierstand. Peter und Petra waren im Sommer mit dem Rad in Andalusien. Meine Frage nach einer Unterkunft wird ernst genommen. Heinz telefoniert mit seiner Schwester Else und bekommt eine positive Antwort. Ich bin wirklich froh. Wir trinken noch Bier. Bei Else und ihrem Mann sitzen alle mit am Tisch. Eine Wiedervereinigung, wenn auch theoretisch denkbar, hat man sich sich praktisch realisierbar nicht vorstellen können. Die ökonomischen und sozialpolitischen Unterschiede waren zu groß. Heinz war direkt nach der Wende beruflich in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge tätig. Seine eigene Firma stattet Gastronomiebetriebe und Hotels aus. Das gebuchte Hotelzimmer für ihn und seinen Kollegen war schon versehentlich belegt. Als Ersatz wurde die Luxusvariante der DDR Bonzen mit 2 Bädern und Konferenzraum in Oberwiesental angeboten. Solch Pomp war selbst im Westen ein Traum. Bei Else und Josef sind die Söhne aus dem Haus. Sie haben alles dagelassen. Ich durfte die obere Etage mit Bad nutzen. Der niedrige Zaun vor dem Haus wurde erst neu gesetzt. Oft verstecken sich hier in der Gegend die Häuser hinter hohen Hecken.